Radio
Melange fordert Privatradioförderung
Laut
eigenen Angaben sind Vertreter
der Melange Medien GmbH,
am 16.02.2005 bei eingehenden Recherchen auf einige
brisante Unterlagen aus der Landesregierung des Landes Steiermark gestoßen.
In vielen Ressorts des Landes
Steiermark, lägen demnach finanzielle Mittel für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit
bereit, von denen ein erheblicher Anteil jährlich an den ORF fließen.
Die Melange
Medien GmbH stellt sich die Frage, "warum ein Medienunternehmen,
das Gebühren für den Bildungs- und Informationsauftrag
einhebt, seinen Aufträgen nicht nachkommt, und Programminhalte
offensichtlich reduziert, um im Nachhinein die selben Inhalte mit
Produktionskosten – Zuschüsse
dennoch zu bringen, während Privatradios ohne Gebühren und
mit geringeren Förderungen auskommen müssen". Nach Ansicht
der Melange Medien GmbH sollten derartige Förderungen an Privatradios
verteilt werden und nicht an den öffentlich rechtlichen Rundfunk,
da es durch den vorherrschenden Umstand zu einem klaren Wettbewerbsnachteil
zwischen privaten und öffentlich rechtlichen kommt. Hinzu kommt
noch, dass durch die Europäische Union eigentlich der Duale Rundfunk
gefördert werden sollte, was aber im konkreten Fall offensichtlich
nicht der Fall ist, so der Sender.
Die Melange
Medien GmbH fordert daher in diesem Zusammenhang, dass
die steirische Landesregierung einen Grundsatzbeschluss für
eine Förderung von privaten Radios trifft. Es sollte im Vorfeld
eine Evaluierung der einzelnen Rundfunkveranstalter durchgeführt
werden, um daraus die entsprechende Förderungswürdigkeit
zu erkennen.
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Anschließend
ein offener Brief von Radio Melange an das ORF Landesstudio, der
auf einen Kommentar in der Tageszeitung Bezug nimmt:
An den ORF
Landesstudio Steiermark
z.H.: Hr. Intendant Edgar Sterbenz
Marburgerstr. 20
8042 Graz
per E-mail
Betreff: OFFENER BRIEF AN DAS LANDESSTUDIO STEIERMARK
Sehr geehrter Herr Intendant!
Mit großer Verwunderung habe ich Ihren Kommentar in der Tageszeitung
gelesen. Es ist mir unerklärlich, wie Sie von den uns vorliegenden
Protokollen nichts wissen können, wenn Sie doch für das Landesstudio
Steiermark Hauptverantwortlicher sind. Offensichtlich haben Sie jedoch
dennoch die eine oder andere Information über – wie Sie
gegenüber dem Printmedium formulieren – KOOPERATIONEN. Gerne
stelle ich Ihnen die uns vorliegenden Unterlagen zur Verfügung,
damit Sie über den aktuellen Stand der Vereinbarung zwischen dem
ORF und der steirischen Landesregierung informiert sind.
In diesem
Zusammenhang gibt es jedoch noch einen Punkt, der mich mehr verwundert.
Mit dem
Satz: „Ich kenne diese Protokolle nicht,
es würde mich aber interessieren, wie die in den Besitz solcher
Protokolle kommen“ scheint es mir, dass Sie der Privatradiolandschaft
nicht zutrauen, dass diese ebenfalls effiziente und qualifizierte Recherchen
durchführen können, sondern dies nur der ORF schafft. Journalisten
sind dazu angehalten, Informationen zusammenzutragen, diese zu prüfen
und dann an die Öffentlichkeit weiter zu transportieren. Und dies
unabhängig, in welchem Medienunternehmen sie tätig sind.
Durch die Formulierung „die“ scheint es mir zusätzlich,
dass es hier einen negativen Unterton gibt, was ich persönlich
für schade empfinde. Im Sinne einer umfassenden Berichterstattung
ist es doch von Vorteil, wenn mehrere Unternehmen recherchieren.
Da wir
den Status „Ausbildungsradio“ haben, und es Sie
interessiert, wie wir zu Informationen kommen, biete ich Ihnen gerne
an, dass ihre Mitarbeiter bei unserem Unternehmen schnuppern können
und so die journalistischen Praktiken eines privaten Radios kennen
lernen. Es ist mir klar, dass es einige Personen in der Medienlandschaft
verwundert, dass ein kleines Team – das noch dazu mit Auszubildenden
arbeitet – umfassende Informationen zusammentragen kann. Aber
auch wenn wir ein Ausbildungsradio sind, halten wir den journalistischen
Anspruch hoch – oft höher, als so manch anderes Privatradio.
Dass unseren
Hörern diese Kooperationen mit dem Land Steiermark
ebenfalls verwundern zeigen die Reaktionen in unserem Sender, wo es
zu Spenden seitens der Hörergemeinschaft kommt, was wohl ein Zeichen
dafür ist, dass auch der „private“ Journalismus von
der Bevölkerung geschätzt wird.
Links:
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Melange
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