Stand: Montag, 28-Feb-2005 21:55

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Radio Melange fordert Privatradioförderung

Laut eigenen Angaben sind Vertreter der Melange Medien GmbH, am 16.02.2005 bei eingehenden Recherchen auf einige brisante Unterlagen aus der Landesregierung des Landes Steiermark gestoßen. In vielen Ressorts des Landes Steiermark, lägen demnach finanzielle Mittel für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit bereit, von denen ein erheblicher Anteil jährlich an den ORF fließen.

Die Melange Medien GmbH stellt sich die Frage, "warum ein Medienunternehmen, das Gebühren für den Bildungs- und Informationsauftrag einhebt, seinen Aufträgen nicht nachkommt, und Programminhalte offensichtlich reduziert, um im Nachhinein die selben Inhalte mit Produktionskosten – Zuschüsse dennoch zu bringen, während Privatradios ohne Gebühren und mit geringeren Förderungen auskommen müssen". Nach Ansicht der Melange Medien GmbH sollten derartige Förderungen an Privatradios verteilt werden und nicht an den öffentlich rechtlichen Rundfunk, da es durch den vorherrschenden Umstand zu einem klaren Wettbewerbsnachteil zwischen privaten und öffentlich rechtlichen kommt. Hinzu kommt noch, dass durch die Europäische Union eigentlich der Duale Rundfunk gefördert werden sollte, was aber im konkreten Fall offensichtlich nicht der Fall ist, so der Sender.

Die Melange Medien GmbH fordert daher in diesem Zusammenhang, dass die steirische Landesregierung einen Grundsatzbeschluss für eine Förderung von privaten Radios trifft. Es sollte im Vorfeld eine Evaluierung der einzelnen Rundfunkveranstalter durchgeführt werden, um daraus die entsprechende Förderungswürdigkeit zu erkennen.

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Anschließend ein offener Brief von Radio Melange an das ORF Landesstudio, der auf einen Kommentar in der Tageszeitung Bezug nimmt:

An den ORF
Landesstudio Steiermark
z.H.: Hr. Intendant Edgar Sterbenz
Marburgerstr. 20
8042 Graz
per E-mail

Betreff: OFFENER BRIEF AN DAS LANDESSTUDIO STEIERMARK


Sehr geehrter Herr Intendant!


Mit großer Verwunderung habe ich Ihren Kommentar in der Tageszeitung gelesen. Es ist mir unerklärlich, wie Sie von den uns vorliegenden Protokollen nichts wissen können, wenn Sie doch für das Landesstudio Steiermark Hauptverantwortlicher sind. Offensichtlich haben Sie jedoch dennoch die eine oder andere Information über – wie Sie gegenüber dem Printmedium formulieren – KOOPERATIONEN. Gerne stelle ich Ihnen die uns vorliegenden Unterlagen zur Verfügung, damit Sie über den aktuellen Stand der Vereinbarung zwischen dem ORF und der steirischen Landesregierung informiert sind.

In diesem Zusammenhang gibt es jedoch noch einen Punkt, der mich mehr verwundert. Mit dem Satz: „Ich kenne diese Protokolle nicht, es würde mich aber interessieren, wie die in den Besitz solcher Protokolle kommen“ scheint es mir, dass Sie der Privatradiolandschaft nicht zutrauen, dass diese ebenfalls effiziente und qualifizierte Recherchen durchführen können, sondern dies nur der ORF schafft. Journalisten sind dazu angehalten, Informationen zusammenzutragen, diese zu prüfen und dann an die Öffentlichkeit weiter zu transportieren. Und dies unabhängig, in welchem Medienunternehmen sie tätig sind. Durch die Formulierung „die“ scheint es mir zusätzlich, dass es hier einen negativen Unterton gibt, was ich persönlich für schade empfinde. Im Sinne einer umfassenden Berichterstattung ist es doch von Vorteil, wenn mehrere Unternehmen recherchieren.

Da wir den Status „Ausbildungsradio“ haben, und es Sie interessiert, wie wir zu Informationen kommen, biete ich Ihnen gerne an, dass ihre Mitarbeiter bei unserem Unternehmen schnuppern können und so die journalistischen Praktiken eines privaten Radios kennen lernen. Es ist mir klar, dass es einige Personen in der Medienlandschaft verwundert, dass ein kleines Team – das noch dazu mit Auszubildenden arbeitet – umfassende Informationen zusammentragen kann. Aber auch wenn wir ein Ausbildungsradio sind, halten wir den journalistischen Anspruch hoch – oft höher, als so manch anderes Privatradio.

Dass unseren Hörern diese Kooperationen mit dem Land Steiermark ebenfalls verwundern zeigen die Reaktionen in unserem Sender, wo es zu Spenden seitens der Hörergemeinschaft kommt, was wohl ein Zeichen dafür ist, dass auch der „private“ Journalismus von der Bevölkerung geschätzt wird.

 

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