Webradio als Werbemedium immer attraktiver
Onlinewerbeumsatz im deutschen Webradiomarkt vervierfacht sich bis 2013
Markt verlangt nach einheitlicher „Währung“ zum Nachweis der
Werberelevanz
Webradioanbieter sehen in Online-Spotwerbung hohes Wachstumspotenzial
Webradio gewinnt als Werbemedium zunehmend
an Attraktivität. Anzahl und Vielfalt der Angebote wachsen in
Deutschland stetig. Derzeit gibt es rund 2.000 deutsche Webradios, die
der Werbeindustrie ein spannendes neues Umfeld bieten. Nach
Goldmedia-Prognosen werden die Onlinewerbeumsätze im deutschen
Webradiomarkt in den nächsten Jahren deutlich steigen und sich bis 2013
schon vervierfachen. 2008 betrug der Netto-Onlinewerbeumsatz rund 14
Millionen Euro.
Grundlage für das weitere Wachstum im Webradiomarkt sind einheitliche
Leistungswerte, die die Werbe- und Marktrelevanz klar belegen. Rein „technisch“ bietet das Internet beste Möglichkeiten, Reichweiten exakt
zu erfassen. Trotz Bemühungen der Marktteilnehmer konnte sich bislang
jedoch noch keine einheitliche und im Markt akzeptierte „Währung“ für
Webradio-Reichweiten durchsetzen.
Das zeigt auch die aktuelle Studie zum Webradiomarkt in Deutschland
(Webradio Monitor 2009) der Strategieberatung Goldmedia
(http://www.Goldmedia.com) und der Bayerischen Landeszentrale für neue
Medien – BLM (http://www.blm.de), die auf einer umfangreichen
Primärdatenerhebung der deutschen Webradioveranstalter basiert.
So sehen 41 Prozent der Befragten den Unique Listener als geeigneten
Messwert – die Person, die durch Start eines Audio-Streams einen Kontakt
ausgelöst hat und einem Unique Client eindeutig zugeordnet werden kann.
29 Prozent plädieren für Tune-Ins – die Zahl der gestarteten Streams
ohne Zuordnung zu Unique Listener bzw. ohne Berücksichtigung von
Abbrüchen und Neustarts. Elf Prozent favorisieren als geeignete „Währung“ den konkreten Werbemittelkontakt - Hörer bzw. Nutzer, die
nachweisbar mit dem Werbemittel Kontakt haben. Noch rund ein Viertel der
in der Studie befragten Anbieter hat derzeit keine Präferenz gegenüber
einem Reichweiten-Messwert.
Zur Refinanzierung ihrer Webradios setzen die Anbieter bislang vor allem
auf klassische Displaywerbung: Rund 80 Prozent der Veranstalter nutzen
die Form der grafischen Onlinewerbung. Sponsoring ist mit 62 Prozent die
zweithäufigste Werbeform, es folgen mit jeweils 53 Prozent Affiliate
Marketing und Online-Spotwerbung (in den Onlinestream integrierte
Hörfunkspots). Spotwerbung ist nach Meinung der Webradioanbieter die
Werbeart mit dem höchsten Entwicklungspotenzial. Immerhin 80 Prozent der
Befragten sehen hier große Wachstumschancen.
Was Webradio für Werbekunden zunehmend attraktiv macht, ist neben der
genauen Messbarkeit auch die größere Format- und Angebotsvielfalt
gegenüber dem UKW-Radio. Im Internet sind Webchannels mit speziellen
Musikformaten möglich oder sogar Themenkanäle, die nur
Kleinstzielgruppen adressieren. Auch Angebote mit einem starken Fokus
auf Wortbeiträgen stoßen auf wachsendes Nutzerinteresse. Zudem können
Webradios alle Vorzüge des Internets nutzen. Sie sind immer stärker
visualisiert, bieten diverse Personalisierungs- und
Interaktionsmöglichkeiten sowie zunehmend Social-Media-Funktionalitäten.
Noch haben die Onlinewerbeeinnahmen (Netto) einen recht bescheidenen
Anteil von knapp zwei Prozent am gesamten Netto-Hörfunkwerbeumsatz.
Goldmedia prognostiziert jedoch ein deutliches Wachstum und beziffert
den Onlinewerbeumsatz im Jahr 2013 auf rund 65 Millionen Euro. Die
Hochrechnung basiert auf den Angaben der befragten Webradioveranstalter
und schließt die Umsätze mit Display, Sponsoring, Affiliate Marketing,
Spotwerbung, Suchwortvermarktung sowie Online-Video-Werbung ein. Je nach
Entwicklungsszenario liegt das durchschnittliche jährliche Wachstum bei
minimal 25 und maximal über 40 Prozent. (siehe Chart)

Mobiles Internet wird die Entwicklungschancen von Webradio zusätzlich
erhöhen. Drei Viertel der im Webradio Monitor 2009 befragten
Veranstalter rechnen damit, dass sich Webradio zunehmend auf mobilen
Endgeräten etablieren kann. Immer mehr Radiosender bieten daher ihren
Content auch als Applikation für das iPhone zum Download an. Sie tun das
mit zunehmendem Erfolg, wovon Platzierungen auf den vorderen Plätzen der
Musikangebote in den iPhone-Apps-Ranglisten zeugen.
Alle verwendeten Informationen entstammen dem
Webradio Monitor 2009. Die Studie hat Goldmedia im Auftrag der
Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) erarbeitet. Der
Webradio Monitor 2009 gibt eine Übersicht über den deutschen
Webradiomarkt und quantifiziert die Nutzung durch eine
Primärdatenerhebung. Goldmedia befragte 1.319 deutsche
Webradioveranstalter (mit insgesamt 1.914 Webradiosendern) im Zeitraum
Mai bis Juni 2009 per Fragebogen. Die Studie enthält zudem eine Markt-
und Potenzialanalyse sowie eine Kategorisierung der Webradios nach Genre
und Angebotsform.
Links:
Goldmedia
Studie hier kostenlos bestellen
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