Webradiomarkt: Nachfrage läßt Raum für mehr Musikradios

Veröffentlicht am 04. Nov. 2016 von unter Musik

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Der Webradiomonitor 2016 liefert auch in diesem Jahr wieder eine gute Zahl wichtiger Hinweise über den aktuellen Zustand der Online-Audio-Nutzung in Deutschland. Generelle Analysen wurden bereits während der MEDIENTAGE MÜNCHEN präsentiert – dennoch lohnt sich (besonders vor dem Hintergrund der erstmaligen Einbeziehung von Umfrageergebnissen) der Blick auf Details. Wurden bislang nur die Online-Radiomacher befragt, liefern die vorliegenden repräsentativen Interviewbefragungen von Online-Audio-Nutzern wichtige zusätzliche Erkenntnisse über die Bewegungen im Markt.

WebradiomonitorWie beispielsweise eine Gegenüberstellung zwischen den im Online-Markt vorhandenen Musikangeboten mit einer Hörerbefragung nach präferierten Programmgenres. Erkenntnis: während die Branche der deutschen Internetradios offenbar die Vorlieben nach AC-Programmen, Dance/Elektro-, Schlager/Volksmusik- oder Weltmusikformaten derzeit bestens bedient, gibt es für Rock, Oldies, RnB/Black Music, Gothic, Chillout/Lounge, Soundtracks oder die Musik der 90er/2000er durchaus noch Raum für zusätzliche Kanäle (siehe Grafik).   

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Auch die Abfrage nach der Einschalthäufigkeit bestimmter Radio- und Musikformate zeigt erstmals ein genaues Ranking der Präferenzen von Audio-Online-Nutzern. Im Einklang mit früheren Studien bestätigt sich hier der Spitzenplatz für die klassischen Hörfunkmarken der Simulcast-Radios – ein wenig überraschend hoch ist sicher aber deren Nutzungswert (76 Prozent) beziehungsweise auch der Abstand zu den weiteren Angeboten. Auf den nächsten Plätzen folgen „Video-Streaming-Dienste“ mit 53 % und „Musik-Streaming-Dienste“ mit 48 % (siehe Grafik). 

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Auch der relativ hohe Nutzungswert der „Online-Submarken der Simulcast-Radios“, also die Internet-Spartenkanäle der UKW-Programme (mit 32 Prozent), vor den „Online-Only-Radios“ (31 %) überrascht beim Blick auf die dahinter stehende Anzahl der jeweiligen Angebote: 257 „Online-Submarken der Simulcat-Angebote“ versus 1.781 „Online-Only-Angebote“  (siehe Grafik).

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In der Tat haben viele terrestrische Privatsender die Bedeutung flankierender Online-Spartenkanäle erkannt und die Zahl und Inhalte ihrer Angebote in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut. Jüngstes Beispiel: seit wenigen Wochen verfügen nun auch die nordrhein-westfälischen Lokalstationen des Senderverbundes Radio NRW neben ihrem lokalen UKW-Programm über ein attraktives Bündel von neun zusätzlichen DEIN RADIO-Musikstreams.

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Nach einer Zählung durch RADIOSZENE unter den deutschen terrestrischen Sendern bietet Klassik Radio mit derzeit 26 Musikkanälen die meisten Zusatzangebote im Internet, dicht gefolgt von ENERGY Deutschland mit 25 Music-Channels. Radio Hamburg bietet ein thematisch ausgerichtetes Paket mit 20 Streams für viele Lebenssituationen im urbanen Alltag: etwa diverse Sub-Angebote zum Aufstehen wie „Good Vibes“ oder „Koffein Kick“. Für romantische Stunden werden ebenfalls gleich mehrere Musik-Sparten mit den originellen Titeln „Zerwühlte Laken“, „Dinner für Zwei“, „Immer dieses Moll“ oder „Herzkonzert“ bereitgestellt. Und die lokale Musikszene berücksichtigt der hanseatische Marktführer gleich mit zwei Kanälen: „Musik aus Hamburg“ und „HipHop aus HH“. RADIO BOB! deckt das Rock-Segment mit 19 Angeboten nahezu flächendeckend ab – und auch ANTENNE BAYERN sowie Radio Regenbogen verfügen mit jeweils 17 Angeboten über eine hörenswerte Themenbreite.

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Musik-stilistisch präsentieren die meisten Sender keine wirklichen Überraschungen – offenbar orientiert man sich im Kern an den nächstliegenden Musikpräferenzen der jeweiligen AC-Mutterprogramme. Zu Gehör kommen ergo überwiegend Sparten-Channels für 80er, 90er, Oldies, Rock, Party, Lounge, Soft Music, Deutsch-Pop oder aktuelle Neuheiten vom Musikmarkt.

Eine Überraschung hält unsere Zählung dann doch parat: gleich neun UKW-Sender halten über das gesamte Jahr hindurch Kanäle mit Weihnachtsmusik nonstop parat. Die Sehnsucht der Deutschen nach „Last Christmas“ scheint auch im Hochsommer keine Grenzen zu kennen. Da sind die – ebenfalls 12 Monate durchgängig aufgeschalteten – Karnevalsangebote einiger rheinischer Lokalsender schon wieder die pure Normalität.

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