Mitteldeutscher Rundfunkpreis 2016 – Hörfunk-Preisträger

Veröffentlicht am 20. Aug. 2016 von unter Deutschland

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Am Freitagabend (19.08.2016) wurde in Erfurt zum 12. Mal der Rundfunkpreis Mitteldeutschland in der Kategorie Hörfunk Arbeitsgemeinschaft der mitteldeutschen Landesmedienanstalten (AML) an die besten privaten Radiomacher aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen verliehen. Der Einladung der drei Landesmedienanstalten zur feierlichen Preisverleihung waren ca. 200 Gäste, darunter Journalisten, Veranstalter, Vertreter aus Politik und Wissenschaft, gefolgt. Insgesamt wurden knapp 100 Beiträge von den Radioteams der mitteldeutschen Privatradios eingereicht, die von einer fünfköpfigen Jury bewertet wurden.

v.l. Marcus Poschlod, Susann Böttcher, Katja Möckel, Daniel Heinze, Lena Mengler (Alle R.SA)

v.l. Marcus Poschlod, Susann Böttcher, Katja Möckel, Daniel Heinze, Lena Mengler (Alle R.SA, Bild: ©Nico Nickel)

Dabei konnten sich die Redaktionsteams aus dem RADIOZENTRUM Leipzig besonders freuen. Insgesamt vier Preise konnten die RedakteurInnen und ModeratorInnen von R.SA und RADIO PSR mit nach Hause nehmen. Abräumer des Abends war dabei das Team von R.SA, die drei Preise einheimsten und eine weitere Nominierung. So gingen der Länderpreis Sachsen (an Marcus Poschlod), der Preis zum diesjährigen Sonderthema „Reformation und die Eine Welt“ (an Friederike Ursprung und Daniel Heinze) und der Spitzenplatz in der Königsdisziplin „Beste Moderation“ (an Susann Böttcher) an die Truppe von R.SA. Eine weitere Nominierung gab es in der Kategorie “Bester Beitrag“.

v.l. Henry Nowak, Max Reeg, Henriette Fee Grützner, Steffen Lukas (Alle RADIO PSR)

v.l. Henry Nowak, Max Reeg, Henriette Fee Grützner, Steffen Lukas (Alle RADIO PSR, Bild: ©Nico Nickel)

„Es ist so toll, was meine Kolleginnen und Kollegen jeden Tag leisten. Ich bin unheimlich stolz auf Susann Böttcher, Marcus Poschlod und all die anderen, die geehrt wurden“, freute sich R.SA-Programmchef Uwe Fischer über den tollen Erfolg. Das gesamte Team von RADIO PSR wurde für die beste Promotion geehrt. Die seit anderthalb Jahren laufende Kampagne „Klick Sachsen“ und deren Umsetzung erhielt den ersten Preis.

Die Hörfunk-Preisträger Mitteldeutscher Rundfunkpreis 2016

Die glückliche Gewinnerin des mit 2.500 Euro dotierten 1. Preises für den besten Beitrag ist Fee Theumer von ANTENNE THÜRINGEN. Sie erhielt die Auszeichnung für ihren Beitrag „Die Schattenseiten der Flüchtlingsankunft in Saalfeld“. Susann Böttcher von R.SA konnte sich ebenfalls über 2.500 Euro für den 1. Preis in der Kategorie „Beste Moderation“ freuen. Prämiert wurde ihre Sendung „Der R.SA Gerichtsreport“. Der 1. Preis für die „Beste Werbung/Beste selbstentwickelte Promotion“ in Höhe von 1.000 Euro ging an das Radio-PSR-Team für die Kampagne „Klick Sachsen. Hier leb ich. Hier kauf ich ein.“.

Den von der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland anlässlich des Reformationsjubiläums gestifteten Sonderpreis zum Thema „Reformation und die Eine Welt“ erhielten Daniel Heinze und Friederike Ursprung von R.SA für ihren Beitrag „2000 Jahre Christentum in 10 Stunden – Von der Kreuzigung Jesu bis zu Papst Franziskus“.

Die Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM), die Medienanstalt Sachsen-Anhalt (MSA) und die Thüringer Landesmedienanstalt (TLM) vergaben für besonders länderbezogene Hörfunkbeiträge auch drei Länderpreise (je 500 Euro):

Länderpreis für Sachsen
Marcus Poschlod „Das R.SA Nacktrodeln: Schlettau wird zur Metropole“, R.SA
Länderpreis für Sachsen-Anhalt

Matthias Frahm und Holger Tapper „Tappers verrückter Camping-Trip“, Radio Brocken

Länderpreis für Thüringen
Matze Schmak, Eduard Schreiber und Fee Theumer „Kampfansage gegen den Bundesliga-Dino“, ANTENNE THÜRINGEN

Der Thüringer Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Staatskanzlei, Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff, würdigte in seinem Grußwort die Leistungen der Hörfunkveranstalter und betonte, dass sich das Radio gegen die starke Konkurrenz aus dem Netz als wichtige Informations- und Unterhaltungsquelle behaupten kann.

Jochen Fasco (Foto: TLM)

Jochen Fasco (Foto: TLM)

Der Direktor der TLM, Jochen Fasco verdeutlichte im Namen der AML: „Radio als das dienstälteste elektronische Medium ist mit seiner Innovationsfähigkeit auch zukünftig konkurrenzfähig. Es unterhält und macht Spaß, es ist vor allem auch als redaktionell zuverlässiger Kommunikator und für regionale Informationen von großer Wichtigkeit für die Medienlandschaft und damit wichtig für unsere Demokratie.“

Der Rundfunkpreis Mitteldeutschland wird jährlich von den Landesmedienanstalten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen in den Sparten Fernsehen, Hörfunk und Bürgermedien verliehen. Mit diesem Preis werden das Engagement und die journalistischen Leistungen der Macher der lokalen Rundfunkangebote in Mitteldeutschland gewürdigt.

Die Preisträger von R.SA und RADIO PSR (Bild: ©Nico Nickel)

Die Preisträger von R.SA und RADIO PSR (Bild: ©Nico Nickel)

Preisträger des Rundfunkpreises Mitteldeutschland 2016 – Hörfunk

Kategorie „Bester Beitrag“

1. Preis (2.500 €)

Fee Theumer „Die Schattenseiten der Flüchtlingsankunft in Saalfeld“, ANTENNE THÜRINGEN

Am 6. September 2015 melden die Nachrichten, dass der erste Zug mit Flüchtlingen am Abend in Thüringen ankommt. Kurze Zeit später können die Radiohörer das Geschehen miterleben, ja mitfühlen. Wir hören die Aussagen der Helfer und begegnen einem Ministerpräsidenten, der sich den Argumenten der Gegendemonstranten stellt. Deren Stimmen sind schrill vor Angst und Empörung. Die Reporterin berichtet exakt, ausgewogen, transparent und wahrhaftig. Sie bleibt Beobachterin und wir spüren, dass sie sich der Verantwortung bewusst ist, welche Wirkung ihre Berichterstattung auf die Menschen haben könnte. Es sind akustisch hautnahe Momente entstanden, die weder im Fernsehen noch in der Zeitung so zu sehen waren. Das ist großartiger Journalismus.

Nominierte Beiträge (jeweils 500 €)

Stefan Köhler, Alexander Neumann und Jan Seifert „radio SAW Muckefuck-Reporter im Einsatz – Auf einem Bauernhof in Kitzen“, radio SAW

und

Susann Böttcher, Thomas Böttcher, Uwe Fischer, Lena Mengler und Daniel Neumann „Das große Drogenquartett mit Böttcher & Fischer“, R.SA.

Kategorie „Beste Moderation“

1. Preis (2.500 €)

Susann Böttcher „Der R.SA Gerichtsreport“, R.SA

Der Siegerbeitrag in der Kategorie „Beste Moderation“ ist ein Paradebeispiel für gelungenes Infotainment. Er ist ein Beweis dafür, dass Information und Service nicht langweilig und dröge sein müssen. Ganz im Gegenteil: Die Moderatorin zeigt mit der Auswahl ihrer Themen, aber vor allem auch mit ihrem Stil ein gutes Gespür für ihr Publikum – und für besondere Kuriositäten im Alltag und in der juristischen Praxis. Dazu verfügt das dreiköpfige Moderationsteam über außerordentliches komödiantisches Talent. Wer wissen will, womit sich Gerichte so herumschlagen müssen – und was das für uns bedeutet – sollte diese Sendung künftig nicht verpassen. Der R.SA Gerichtsreport wurde in der „R.SA-Morning-show mit Böttcher und Fischer“ ausgestrahlt.

Nominierte Beiträge (jeweils 500 €)

Amrei Gericke und Holger Tapper „Die Radio Brocken Schrankenshow“, Radio Brocken

und

Danilo Weiser „radio SAW Kandidatencheck zur Landtagswahl 2016 (Sendung mit Wulf Gallert von der Partei DIE LINKE)“, radio SAW

Kategorie „Beste eigenproduzierte Werbung/selbstentwickelte Promotion“

1. Preis (1.000 €)

Radio-PSR-Team „Klick Sachsen. Hier leb ich. Hier kauf ich ein.“, Radio-PSR

Schmeckt der Apfel aus Sachsen besser als der von sonst woher. Ist der Salat von sächsischen Feldern grüner als der von anderswo – und das Fleisch aus Ställen zwischen Leipzig und Görlitz saftiger als das aus luftdicht verpackten Importen? Ja, sagen die Sachsen. Ja, sagt der Chef der Fleischerei-Innung – und verteilt an über 200 Betriebe grüne Aufkleber der Radio-Aktion für regionale Produkte. Ob das Uhren- und Schmuckgeschäft in Wurzen, die Drogerie in Plauen, der Galerist in Chemnitz oder der Kleinhändler in Hohenstein-Ernstthal – alle sind sich einig: Diese pfiffige, originelle, mit Anrufen und Geschäftsvorstellungen auf den Punkt gebrachte Kampagne hilft der Region – und macht den Hörer wacher für seinen Einkauf. Sie ist zugeschnitten speziell auf Kleinunternehmer in Kleinstädten und auf Produkte aus dem Freistaat. Das ist sehr gut gemachte Werbung.

Nominierte Beiträge (jeweils 250 €)

Sandro Schroeder „Mechanische Uhren mit Herz“, detektor.fm.
und

Daniel Flüß und Christian Geutner „Team Thüringen“, ANTENNE THÜRINGEN

Kategorie Sonderthema „Reformation und die Eine Welt“ (1.000 €, gestiftet von der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland)

Daniel Heinze und Friederike Ursprung „2000 Jahre Christentum in 10 Stunden – Von der Kreuzigung Jesu bis zu Papst Franziskus“, R.SA

Wenn ein privater Hörfunksender 2000 Jahre Christentum einen ganzen Tag lang „unter die Leute bringt“, ist das bemerkenswert und zwar in mehrfacher Hinsicht: Bemerkenswert ist zuerst die Idee. Zum anderen ist die Sendung ein ökumenisches Produkt. Evangelisch und katholisch Hand in Hand wird auf den Ursprung des Christentums zurückgegangen und die zweitausendjährige Geschichte bis zu Papst Franziskus verfolgt. Und zwar so, dass es keine Vorkenntnisse braucht, um mitzureisen. Bemerkenswert ist auch die Umsetzung. Weil es die Preisträger verstanden haben, das Christentum als Weltreligion vorzustellen, die Einheit in Vielfalt und das soziale Engagement der Kirchen aufzuzeigen und auch die Frage nach der Zukunft des Christentums zu stellen, gibt es für dieses Special den Sonderpreis der EKM. Den mitteldeutschen Radiohörern wurde die globale Dimension des Christentums aufgezeigt.

Länderpreis Sachsen (500 €)

Marcus Poschlod „Das R.SA Nacktrodeln: Schlettau wird zur Metropole“, R.SA

In Schlettau im Erzgebirge „geht die Post ab“ – auf dem Bahnhof von 1889, der sich laut Eisenbahnverein mit einer „ICE-verdächtigen Toilettenanlage“ hervortut. Anlässlich des RSA „Nacktruschelns“ – wie es auf Erzgebirgisch heißt – besucht Markus Poschlod das Landlädchen und die Konditorei, die dem Anlass angemessen „Heiße Hexe“ anbietet; besucht die Likörfabrik, in der sich jeder, laut Lutz Brenner, Schnaps kreieren kann mit „Drogen“ – das sind getrocknete Kräuter. Der Pfarrer gibt der R.SA-„Wintersportveranstaltung“ zwar nicht seinen Segen, erzählt aber die Legende von den „Kirchengesichtern“. R.SA hat seinen traditionell heißen winterlichen Ausrutscher kontrastreich mit einer wohlig-menschlichen Reportage verbunden, die jene Attraktionen vorstellt, die Schlettau für den Rest des Jahres auszeichnen, wenn gerade nicht „geruschelt“ wird. „Klickauf!“

Länderpreis Sachsen-Anhalt (500 €)

Matthias Frahm und Holger Tapper „Tappers verrückter Camping-Trip“, Radio Brocken

Sommer und Camping – das nennen die meisten Menschen in Sachsen-Anhalt in einem Atemzug. Die Preisträger gehören nicht dazu. Aber weil das Campen ebenso hohe Sympathiewerte hat, eignet es sich ausgezeichnet für eine Promotion-Aktion. Denn, wenn die Landeskinder geeignete Zeltplätze für den Moderator vorschlagen, beschreiben sie die Schönheit ihrer Heimat und leisten dazu PR-Arbeit für den Sender. Letztlich schlägt der Radiomacher – sehr zum Vergnügen seiner Zuhörer die Heringe in luftiger Höhe auf der Brücke zwischen den Hausmannstürmen in Halle ein. Ein ebenso intelligenter wie unterhaltsamer Lobgesang auf die Gärten, Seen, Wälder, Berge und Städte Sachsen-Anhalts.

Länderpreis Thüringen (500 €)

Matze Schmak, Eduard Schreiber und Fee Theumer „Kampfansage gegen den Bundesliga-Dino“, ANTENNE THÜRINGEN

Fußball ist ja niemals nur Fußball. Er kann eine Bühne bieten, um die Identität und Mentalität einer Stadt, ja eines Landes zu definieren und zu zelebrieren. Fußball hat das Potential zu mobilisieren, zu begeistern oder als Ventil zu dienen. Und genau diese Mehrdimensionalität spiegelt der Siegerbeitrag wider. Die Jury vergibt den Länderpreis Thüringen in diesem Jahr ausdrücklich nicht für eine objektive oder ausgewogene Sport-Berichterstattung. Nein, vielmehr handelt es sich um das sehr parteiische Feiern eines historischen Sieges. Aus der Fan-Perspek-tive wird das 3:2 im DFB-Pokal-Spiel des FC Carl Zeiss Jena gegen den Bundesligisten HSV bejubelt. Dabei wurde der Beitrag mit großem technischen und redaktionellen Aufwand produziert. Die Portraits der beiden Traditionsvereine wurden in eine O-Ton-Collage gegossen und die Spielbeschreibung in einen Schlager gepackt.

Jurymitglieder

  • Anita Grasse, Vorsitzende des DJV Thüringen, Erfurt
  • Annekatrin Valverde, Mitglied der Versammlung der Medienanstalt Sachsen-Anhalt (MSA), Halle,
  • Prof. Dr. Rüdiger Steinmetz, Mitglied des Medienrates der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM), Leipzig,
  • Norbert Wehrstedt, Leipziger Volkszeitung und
  • Ralf Wendt, radioworks, Halle

Quelle: AML-Pressemeldung

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