Radio rund um Merzig: Funkstille und neue Perspektiven

Veröffentlicht am 05. Aug. 2016 von unter Deutschland

Merzig-Panorama (Bild: ©Ugryz (CC BY-SA 3.0) leicht bearbeitet)

Weisses Rauschen auf der 105,1 an der unteren Saar. Seit Tagen schweigt der Lokalsender Radio Merzig. Der technische Dienstleister Media Broadcast habe die Modulationsleitung zum Sender aus vertraglichen Gründen abgeschaltet, sagte die Sprecherin der Saarländischen Medienanstalt LMS, Viola Betz, der RADIOSZENE. Der Chef von Radio Merzig, Tom Becker, sagte der Saarbrücker Zeitung lakonisch, er habe den Sender heruntergefahren und überlege wie es weitergehe.

Medienrechtlich habe die Funkstille an der Saar erstmal keine Konsequenzen, so LMS-Sprecherin Betz weiter. Ein Widerruf der Zulassung für die Frequenz 105,1 MHz käme erst in Betracht, wenn Radio Merzig binnen drei Monaten den Betrieb nicht wieder aufgenommen habe. Man habe den Sender aufgefordert, sich dazu zu äussern.

Jan Lüghausen (Bild: 97.2 Antenne Pulheim)

Jan Lüghausen (Bild: 97.2 Antenne Pulheim)

Mit Interesse beobachtet das Geschehen auch Konkurrent Jan Lüghausen mit seinem „Radio Saarschleifenland-RSL“. Er hatte schon bei der Eröffnung seines Senders den Verantwortlichen ins Stammbuch geschrieben, dass er sich eine Verbesserung des Vollstereo-Empfangs in der Kreisstadt Merzig (30.000 Einwohner) wünsche. Seine 106,1 von der St.Gangolf-Höhe bei Mettlach kommt in Merzig teilweise nur in Mono an. Deshalb hat er inzwischen die Koordination einer Füllfrequenz auf den Weg gebracht. Diese soll vom Studiostandort an der Stadthalle Merzig aus senden. Nach Informationen von RADIOSZENE ist die Frequenz 106,5 MHz dafür im Gespräch. Das saarländische Landesmediengesetz lässt Füllfrequenzen für existierende Stationen ohne Neuausschreibung zu. Deshalb könnte die Aufschaltung des Füllsenders schon bald möglich werden.

radio-saarschleifenlandDurch den plötzlichen Sendeschluss des Konkurrenten aber hat Jan Lüghausen jetzt eine völlig neue Perspektive. Sollte „Radio Merzig“ nicht wieder on air gehen, werde die Frequenz wohl neu ausgeschrieben. Sein „Radio RSL“ werde sich dann sofort um die 105,1 bewerben, kündigte Lüghausen in der „Saarbrücker Zeitung“ an. Die Frequenz vom Standort Merzig-Hilbringen hat eine weitaus interessantere technische Reichweite, vor allem saaraufwärts in den Bereich Dillingen-Saarlouis. Lüghausen rechnet mit fast 90.000 Hörern und stabilem Autoradioempfang von der A 8 bei Merzig bis zur B 51 bei Saarhölzbach.

 

Titelbild oben: Merzig-Panorama (Bild: ©Ugryz (CC BY-SA 3.0) leicht bearbeitet)

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