DJV-Gewerkschaftstag warnt vor Gleichschaltung von WDR-Hörfunknachrichten

Veröffentlicht am 25. Apr. 2016 von unter Pressemeldungen

DJV-NRW-smallHände weg von den WDR-Nachrichten, der ABZV und vom Abbau weiterer Medien: Diese drei Dringlichkeitsanträge verabschiedete der Gewerkschaftstag des DJV-NRW am Samstag, 23. April 2016, in Münster jeweils einstimmig.

Der DJV-NRW fordert den Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) auf, seine Ankündigung zurückzunehmen, die eigene Bildungsakademie ABZV noch im Sommer zu schließen. Rund 100 Mitglieder stimmten beim Gewerkschaftstag für den Erhalt der Institution, die seit den 1990er Jahren einen wichtigen Beitrag zur Ausbildung von Volontären und Weiterbildung von Journalisten leistet. Der BDZV hatte das Aus der Akademie zwei Tage zuvor als unausweichliche Konsequenz aus dem Urteil des BGH zur Ausschüttungspraxis der VG Wort dargestellt. Landesvorsitzender Frank Stach kommentierte: „Das wäre ein Armutszeugnis für den BDZV. Wir erinnern die Verlage und auch den Verband ausdrücklich an ihre Verantwortung und Verpflichtung in der Journalistenausbildung.“

Frank Stach (DJV NRW)

Frank Stach (DJV NRW)

Vom WDR fordert der DJV-NRW, an den Hörfunknachrichten in ihrer bisherigen Form festzuhalten. In jüngsten Reformen hat der Sender beschlossen, die Nachrichtenzeit zu kürzen und die Formate verschiedener Wellen zusammenzulegen. Einstimmig plädierte der Gewerkschaftstag dafür, dass Nachrichten die Kernkompetenz der öffentlich-rechtlichen Anstalten sind. „Ein Zusammenschmelzen steht im Widerspruch zum öffentlich-rechtlichen Auftrag und gefährdet auch die Akzeptanz des Senders“, machte Frank Stach deutlich.

Die professionelle journalistische Medien- und Meinungsvielfalt geht in NRW dramatisch zurück: Das zeigt der Medienkonzentrationsbericht der Landesanstalt für Medien NRW (LfM). Vor diesem Hintergrund fordert der Gewerkschafstag Landtag und Landesregierung dazu auf, noch stärker als bisher den grundgesetzlichen Auftrag zur Sicherung der Medienvielfalt wahrzunehmen. Frank Stach: „Mit der LfM-Stiftung Vor Ort NRW gibt es zwar einen positiven Ansatz, dieser reicht aber bei weitem nicht aus, um den Konzentrationsprozess aufzuhalten.“

Quelle: Pressemitteilung des DJV NRW e.V.

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