Boris Lochthofen neuer MDR-Statthalter in Thüringen

Veröffentlicht am 01. Dez. 2015 von unter Deutschland

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Eine gute Wahl

Von Horst Müller

Boris Lochtho­fen wech­selt die Sei­ten: Ab Anfang des kom­men­den Jah­res wird der bis­he­rige Geschäfts­füh­rer der säch­si­schen Pri­vat­sen­der Radio PSR und R.SA neuer Direk­tor des MDR-Funkhauses Thü­rin­gen in Erfurt. Damit ver­liert der Pri­vat­funk einen Spit­zen­mann an den öffentlich-rechtlichen Rund­funk.

MDR-Intendantin Karola Wille und Boris Lochtho­fen (Bild: obs/MDR/Hagen Wolf)

MDR-Intendantin Karola Wille und Boris Lochtho­fen (Bild: obs/MDR/Hagen Wolf)

Einen Bes­se­ren hätte MDR-Intendantin Karola Wille kaum fin­den kön­nen. Die Che­fin des Mit­tel­deut­schen Rund­funk hatte selbst Boris Lochtho­fen als ihren neuen Statt­hal­ter in Thü­rin­gen ins Gespräch gebracht und begrün­dete ihren Vor­schlag mit des­sen “aus­ge­wie­se­nen Mana­ger­qua­li­tä­ten”. Dar­über hin­aus besitze er “ein­schlä­gige Erfah­rung bei der inno­va­ti­ven Wei­ter­ent­wick­lung von Radio­an­ge­bo­ten sowie dem Aus­bau des Bewegt­bild­be­reichs und dem Vor­an­trei­ben tri­me­dia­ler Ent­wick­lun­gen”. Erwar­tungs­ge­mäß stimmte der MDR-Rundfunkrat auf sei­ner Sit­zung am Mon­tag in Leip­zig dem Vor­schlag der Inten­dan­tin zu. Damit tritt der 40jährige Anfang des kom­men­den Jah­res die Nach­folge des 18 Jahre älte­ren Wer­ner Dieste an, der aus gesund­heit­li­chen Grün­den zurück­ge­tre­ten war.

Boris Lochtho­fen bei einer Podi­ums­dis­kus­sion in Mün­chen (Bild: Medi­en­tage München)

Boris Lochtho­fen bei einer Podi­ums­dis­kus­sion in Mün­chen (Bild: Medi­en­tage München)

Es ist keine Frage. Mit Boris Lochtho­fens Wech­sel zum öffentlich-rechtlichen Rund­funk ver­liert nicht nur sein bis­he­ri­ger Arbeit­ge­ber — die Radio­hol­ding Regio­cast — son­dern der Pri­vat­funk ins­ge­samt einen der fähigs­ten und ver­sier­tes­ten Mana­ger. Lochtho­fen wurde 1975 im Vogt­land gebo­ren und wuchs in Erfurt auf, wo sein Vater Ser­geij 19 Jahre lang Chef­re­dak­teur der Thü­rin­ger All­ge­mei­nen war. Sohn Boris stu­dierte Kom­mu­ni­ka­ti­ons– und Medi­en­wis­sen­schaf­ten sowie Poli­tik­wis­sen­schaf­ten in Leip­zig. Nach sei­nem Ein­stieg 2006 bei der Regio­cast ging’s mit sei­ner Kar­riere steil nach oben, ver­dien­ter­ma­ßen — wie ich meine. Seit 2014 ist er Mit­glied der Geschäfts­lei­tung von Deutsch­lands größ­tem Radio­be­tei­li­gungs­un­ter­neh­men und gleich­zei­tig Geschäfts­füh­rer der säch­si­schen Pri­vat­sen­der Radio PSR und R.SA.

Auf­grund sei­nes stets elo­quen­ten Auf­tre­tens und der hohen Fach­kom­pe­tenz ist Boris Lochtho­fen gefrag­ter Refe­rent auf Medi­en­kon­gres­sen und Fach­ta­gun­gen in ganz Europa. Bei der Regio­cast galt er stets als Fein­geist, der vor allem für die Kon­takte “in die Poli­tik” zustän­dig war.“Wenn’s schwie­rig wird, muss Boris ‘ran”, sagte mir mal ein Kol­lege über ihn. Das hat auch der MDR erkannt: “Medi­en­po­li­tisch ist Lochtho­fen in einer Viel­zahl von bun­des­wei­ten und regio­na­len Branchen-Institutionen enga­giert”, heißt es in einer am Mon­tag­abend ver­brei­te­ten Pres­se­mit­tei­lung.

Abschieds­bild der Sen­de­mann­schaft von 90elf (Bild: 90elf)

Abschieds­bild der Sen­de­mann­schaft von 90elf (Bild: 90elf)

Doch zu einer Manager-Karriere gehö­ren auch gele­gent­li­che Rück­schläge. Für Boris Lochtho­fen war wohl das Aus für das Radio­pro­jekt 90.elf im Juni 2013 eine der emp­find­lichs­ten  beruf­li­chen Nie­der­la­gen. Nach­dem Deutsch­lands Fußball-Radio “nach fünf Gei­len Jah­ren” die Über­tra­gungs­rechte für die Fußball-Bundesligen an Sport 1 ver­lo­ren hatte, gab’s für das Sport­for­mat bei der Regio­cast keine Zukunft mehr.

Boris Lochtho­fen schüt­telte die Nie­der­lage ab und wandte sich neuen Pro­jek­ten zu. Mit Erfolg: Im Sep­tem­ber gewann “sein” Radio PSR den Deut­schen Radio­preis in der Kate­go­rie “Beste Inno­va­tion” für die “Mehr-PSR-App”. Inno­va­tio­nen — genau das erhofft sich auch Karola Wille von ihrem neuen lei­ten­den Mit­ar­bei­ter in Thü­rin­gen:  Ab 1. Januar 2016 soll nach dem Wil­len der Inten­dan­tin beim MDR eine “kon­se­quent mul­ti­me­diale Arbeits­weise” ein­ge­führt wer­den. Für Boris Lochtho­fen ist das längst kein Neu­land mehr — und auch des­we­gen ist er eine gute Wahl für den Mit­tel­deut­schen Rundfunk.

Dieser Beitrag von Horst Müller ist zuerst hier erschienen.

(Titelbild: obs/MDR/MDR/Hagen Wolf)

Weiterführende Informationen
Boris Lochthofen verlässt REGIOCAST
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