Monetize your app – Radiowerbung goes Mobile

Veröffentlicht am 24. Jun. 2015 von unter Deutschland

radioscreen-smallEs ist ja noch nicht mal mehr eine Binsenwahrheit: Das Internet ist mittlerweile zu großen Teilen mobil, Online-Kommunikation findet zunehmend über Mobil-Geräte statt. 86% aller deutschen Facebook-Nutzer gehen zumindest teilweise, 40% sogar ausschließlich mobil ins Netz (s. folgende statista Infografik).

Infografik: 40% nutzen Facebook ausschließlich mobil | Statista

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Mit 16 Millionen downgeloadeten Radio-Apps (Sender- und Aggregatoren-Apps) müsste Radio eigentlich auch im boomenden Mobile Advertising-Markt ein relevanter Mitspieler sein. Tatsächlich beträgt der Anteil der Radio-Sender am erwarteten Mobilwerbe-Umsatz 2015 – laut BVDW-Prognose vom März etwas mehr als 200 Millionen netto – nicht einmal 0,5 %.

Das muss nicht so sein und bleiben: so die Aussage der in Hamburg ansässigen RadioScreen GmbH. Ihre Lösung für mehr Mobile Advertising-Umsatz für Radio-Sender stellt sie am 30. Juni auf den Lokalrundfunktagen in Nürnberg vor. Im Gespräch verrät RadioScreen-Geschäftsführer Ulrich Bunsmann schon jetzt, wie seine App genau funktioniert.

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RADIOSZENE: Nahezu jeder Radio-Sender hat seine eigene App. Die Nutzungszahlen sind aber in der Regel eher bescheiden. Woran liegt das?

Ulrich Bunsmann (Foto: privat)

Ulrich Bunsmann (Foto: privat)

Bunsmann: Wo auch immer die Gründe liegen mögen – ob an der fehlenden personellen Ausstattung oder weil man glaubt, gegen Giganten wie Facebook ohnehin keine Chance zu haben oder oder …: Die meisten Sender-Apps nutzen einfach das Potential des Mediums nicht. Die App könnte ein ganz wichtiges Tool zur Hörer-Interaktion sein, stattdessen ist sie zumeist nicht viel mehr als eine Abspielstation für einen oder mehrere Streams, gepaart mit ein paar mehr oder minder nützlichen Service-Elementen, die man woanders oft besser bekommt. So hat die App für den Hörer letztlich keinen Nutzen und bleibt uninteressant.

RADIOSZENE: Wie könnte die App eines Radio-Senders aus ihrer Sicht denn interessanter werden?

Bunsmann: Ich hatte es schon erwähnt: Das Stichwort ist Interaktion. Dafür gibt es verschiedene Wege, nicht alles wird für jedes Programm passen. Einige Sender versuchen ja, dafür Whatsapp zu nutzen. Damit begeben sie sich – wie schon bei anderen sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter oder früher z.B. auch StudiVZ – in die Hände eines Dritten, statt einen eigenen Kanal aufzubauen. Das ist sicher mühsamer, und man muss auch nicht glauben, so sein eigenes Facebook bauen zu können. Aber die auf diese Weise aufgebauten Beziehungen des Senders zum Hörer sind wesentlich stabiler als bei einem anonymen Dritten – was ja in einem zunehmend fragmentierten Konkurrenzumfeld ein nicht zu unterschätzender Vorteil sein kann.

RADIOSZENE: An welche Möglichkeiten denken Sie da konkret?

Bunsmann: Das ist ein breites Spektrum – von der Bündelung der Kommunikation vorbei am Nadelöhr Hörertelefon durch Text-, Bild- und Voice-Messages, z.B. auch schnellem Upload von Hörer-Beobachtungen an den Sender, über Votings zur Musik oder zu aktuellen Themen und in die App integrierten Spiele bis hin zu über die App abgewickelten Promotion-Aktionen. Wichtig ist, dass die App lebt und dem Hörer einen Grund gibt, sie zu nutzen. Wenn sie zu statisch ist, ist so uninteressant wie die Desktop-Website, die ja auch zum echten Hörerkontakt nicht wirklich etwas beiträgt.

Radioscreen_Schuback_App_Screen300RADIOSZENE: Alles gut und schön. Aber was hat das mit Ihrem Thema „Monetize your app“ zu tun. Was Sie beschreiben, kostet zweifellos Geld. Aber wie entstehen daraus Einnahmen?

Bunsmann: Es ist letztlich genauso wie beim traditionellen Radio-Programm: Schaffe interessante und attraktive Inhalte, in deren Umfeld sich dann Werbung platzieren und verkaufen lässt. Wenn die App attraktiv ist, generiert sie Reichweite. Diese Reichweite gilt es dann zu vermarkten. Und unsere Innovation ist es, diese App-Reichweite zu nutzen, um den bisherigen klassischen Audio-Werbespot in die Radio-Sender-App zu verlängern, indem wir ihn mit der Ausspielung eines – je nach Wahl des Kunden – statischen oder bewegten Bildes verbinden und synchron ausstrahlen. Radio wird quasi sichtbar.

RADIOSZENE: Wie kann man sich das konkret vorstellen?

Bunsmann: Werbekunde X hat einen 30sekündigen Audio-Spot bei Sender Y gebucht. Dieser Audio-Spot wird mit einem nicht hörbaren Signal markiert, das beim Ausspielen des Audio-Spots – egal, ob über UKW, DAB, W-Lan-Radio, Smartphone-Stream oder Desktop-Player – das zeitsynchrone Ausspielen einer zugehörigen Bild-Werbung in der Sender-App auslöst. Ist die App geöffnet, sieht der Hörer die Werbung und kann sich durch einen Klick auf das Bild direkt mit der Website des Werbekunden, einem Gutschein o.ä. verbinden.

RADIOSZENE: Aber man guckt doch nicht ständig auf sein Smartphone und erst recht nicht auf die Radio-App?

Bunsmann: Das ist ja nicht anders als beim Audio-Spot. Man hört ja auch nicht aktiv auf die Werbung, sondern konsumiert sie im Umfeld des Programms. So ist es auch bei der synchronisierten App-Werbung: Das Umfeld muss stimmen und interessant sein, dann funktioniert auch die Werbung.

RADIOSZENE: Mal unterstellt, ein Sender schafft es wirklich, seine App so zu nutzen, wie Sie es beschreiben. Dann müsste er doch eigentlich auch noch etliche zusätzliche Möglichkeiten haben, auf diesem Wege Werbeeinahmen zu erzielen?

Bunsmann: Wenn wir auch denken, dass das, was wir audio-visuelle Synchronisation nennen, die im Moment interessanteste Variante ist, sind in der Tat viele weitere Möglichkeiten denkbar: So z.B. sogenannte Branded Games – Gaming gehört neben Chatten und News zu den Top 3-Tätigkeiten auf dem Smartphone. Oder völlig neue Möglichkeiten des Sponserns von Programminhalten. Das haben wir mit unserer Firma sicher noch gar nicht zu Ende durchdacht. Wir stellen ja auch lediglich die technische Infrastruktur bereit – die Gestaltungshoheit liegt völlig bei den Radio-Sendern, die diese Infrastruktur nutzen.

RADIOSZENE: Sie sind ja nun nicht der einzige App-Anbieter im Markt. Warum sollte man sich für Ihr Produkt entscheiden?

Bunsmann: Wir sind der einzige Anbieter, der wirklich ernsthaft beide Seiten des App-Geschäfts für Radio-Sender anspricht: sowohl die programmlich-interaktive wie auch die wirtschaftliche. Unsere audio-visuelle Synchronisation ist eine echte Innovation, die dem Radio-Sender die Möglichkeit bietet, gerade auch seine lokalen Kunden beim Schritt ins Mobile Advertising zu unterstützen. Und mit unserem Modell der Erlösteilung bieten wir ein einmaliges Win-Win-Konzept hinsichtlich der Finanzierung, wenn man unsere Lösung nutzen will. Und zu guter Letzt: Mit der RadioScreen-App kann Radio zu einem echten Mitspieler im Mobile Advertising-Markt werden.

Links
Radioscreen-Homepage
RadioScreen und Radio Arabella starten audio-visuell synchronisierte Radio-Werbung

 

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