Internet wird für Radiomacher wichtiger als On-Air-Promotion

Veröffentlicht am 19. Apr. 2012 von unter Deutschland

Online-Kommunikation wird für die Programmverantwortlichen der deutschen Radiolandschaft in den kommenden Jahren zu einem der wichtigsten Kommunikationskanäle und gleichzeitig auch zu einer der größten Herausforderungen. Diese These bestätigt die FGM Forschungsgruppe Medien GmbH mit dem HörfunkMarkenMonitor, an dem über 100 Programmverantwortliche von deutschen Hörfunksendern teilgenommen haben.

Die Programmmacher der Radiosender haben erkannt, dass das Internet zunehmend an Relevanz gewinnt und neue Möglichkeiten der Hörerkommunikation bietet. Insbesondere Social Media und die mobile Kommunikation via Handy spielen hierbei eine immer wichtigere Rolle, da sie die bisherigen Kommunikationsgewohnheiten grundlegend verändern werden.

Erstaunlich ist, dass nur die Hälfte der an der Studie beteiligten Radiosender mit einer langfristigen, schriftlich festgehaltenen Markenstrategie arbeitet. Mehr als jeder Fünfte Sender verfügt nicht einmal über eine Markenstrategie. Als Gründe werden hierbei die fehlenden finanziellen und personellen Ressourcen angegeben.

On-Air-Promotion verliert an Bedeutung

Gegenwärtig wird das eigene Programm noch als wichtigster Kommunikationskanal angesehen. Die Programmacher schreiben der On-Air-Kommunikation (62 Prozent) und der On-Air-Promotion (53 Prozent) die wichtigste Rolle innerhalb ihrer Markenkommunikation zu. PR und Werbung sind hingegen von geringer Bedeutung. Nur für ein Zehntel aller Befragten sind PR und Werbung sehr wichtig, die Hälfte schätzt diese sogar als unwichtig ein. Schon in den kommenden zwei Jahren wird sich der Fokus der Markenkommunikation stärker auf die Online-Kommunikation und Social Media verlagern. Für zwei Drittel der Befragten wird diese in den nächsten zwei Jahren wichtig sein. Damit wird sich die Bedeutung verdoppeln. Auch gezielte PR- und Werbemaßnahmen werden von den befragten Programmmachern als zunehmend wichtiger eingeschätzt. Dies wird voraussichtlich zulasten der On-Air-Promotion geschehen, die laut den Befragten unwichtiger wird.

Als wichtigste Ziele der Markenkommunikation werden die Erhöhung der Hörerbindung (98 Prozent) und der Nutzungsdauer (93 Prozent) sowie die Generierung von Einschaltimpulsen (94 Prozent) identifiziert, sogar noch vor Imageaufbau und Bekanntheitssteigerung. Besonders die Hörerzahlen werden als Indikator für Markenstärke über das Empfangsgebiet hinaus angesehen. Auf dieser Grundlage weist der HörfunkMarkenMonitor die Sender ANTENNE BAYERN, SWR 3, 1LIVE als die stärksten Radiomarken im deutschen Hörfunkmarkt aus. Die sind tatsächlich auch die reichweitenstärksten Einzelsender bei der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen Radiohörer.

Über den HörfunkMarkenMonitor

Für den HörfunkMarkenMonitor führte die FGM Forschungsgruppe Medien GmbH Online-Interviews mit insgesamt 101 Programmverantwortlichen von deutschen Hörfunksendern Online-Interviews im Zeitraum von Juli bis August 2011 durch. Etwa ein Viertel der Studienteilnehmer sind Geschäftsführer mit Programmverantwortung, drei Viertel sind Programmchefs bzw. -direktoren oder Chefredakteure. Mit 72 Prozent sind im HörfunkMarkenMonitor Programmverantwortliche der privaten Radiosender vertreten, knapp ein Fünftel arbeitet für öffentlich-rechtliche Sender.

Link
FG-Medien.de

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