ANTENNE MÜNSTER wird 20 – Interview mit Judith Rakers

Veröffentlicht am 28. Sep. 2011 von unter Deutschland

Der Lokalsender Antenne Münster wird am Donnerstag (29.09.) 20 Jahre alt. Die große Open-Air-Geburtstagsfeier gab es bereits im August an den Aaseeterrassen. Am 29. wird es dann im Programm einen Rückblick auf 20 Jahre Sendergeschichte geben. Prominenteste Ex-Mitarbeiterin ist die 34-jährige Tagesschau-Sprecherin und Moderatorin Judith Rakers. Sie stand drei Jahre lang im Antenne Münster – Studio und moderierte die Nachmittagssendung. Nach ihrem Studium ging sie dann 2001 nach Hamburg. Das Interview führte Stefan Nottmeier, Chefredakteur von Antenne Münster.

Nottmeier:  Judith, deine ersten Radioerfahrungen bei ANTENNE MÜNSTER – wie sahen die aus?

Judith Rakers
Judith Rakers

Rakers:     Also, beim Radio angefangen habe ich schon in Paderborn. Direkt nach dem Abi. Zuerst habe ich ein Praktikum gemacht, dann Beiträge und Umfragen in den verschiedensten Ressorts und schließlich durfte ich die ersten Sendungen zuerst co-moderieren und dann komplett übernehmen. Als ich zu Antenne Münster kam, hatte ich also schon ein paar Jahre Radioerfahrung auf dem Buckel. Ich bin daher direkt als Moderatorin eingestiegen und habe zum Beispiel die Nachmittagssendungen moderiert. Neben dem Studium und in den Semesterferien. Ich erinnere mich sehr gern an die Zeit zurück. Hier habe ich viel gelernt und viel Spaß gehabt.

Nottmeier:   Von einer Karriere wie Deiner träumen hunderte von Studenten der Medien- und Kommunikationswissenschaften. Hast du deine Karriere eigentlich so geplant? Hattest Du also schon immer das Ziel, irgendwann Tagesschau-Sprecherin zu werden?

Rakers:     Überhaupt nicht. Ich habe ursprünglich mal gedacht, ich würde in einer Zeitungsredaktion landen. Mein Traum war es damals, Spiegel-Redakteurin zu werden. Und deshalb habe ich ganz am Anfang für Tageszeitungen gearbeitet. Weil ich aber auch das Radio kennenlernen wollte, bin ich zur Moderation gekommen. Dabei habe ich gemerkt, wie viel Spaß mir das macht. Meine Moderationskarriere war also eigentlich eher ein Zufall.

Nottmeier:    Du hast hier in der Stadt studiert und gearbeitet. Was verbindest Du noch mit Münster?

Rakers: Wenn ich an Münster denke, denke ich an meine Studienzeit. An die Landesbibliothek, die Campus-Atmosphäre, das harte Büffeln fürs Latinum. Aber auch an unsere Partys. Was haben wir gefeiert! Vor allem in der Karnevalszeit und an Weiberfastnacht. Aber auch unsere Mottopartys waren legendär. Ich wohnte damals zusammen mit meiner Freundin am Alten Fischmarkt, neben der Lambertikirche. Eine tolle, lustige Zeit.

Nottmeier:    Tagesschau-Sprecherin, Co-Moderatorin der Tagesthemen, Talkshow-Moderatorin und zuletzt hast Du auch den Eurovision Song Contest in Düsseldorf moderiert. Verspürst du überhaupt noch Aufregung, wenn du mal etwas Neues machst?

Rakers:     Ja, auf jeden Fall. Und ich glaube, das geht auch niemals weg. Wobei – es wird besser. Vor meiner ersten Tagesschau haben mir noch regelrecht die Knie gezittert. Beim Start von “3nach9” war ich zwar nicht zittrig, aber doch angespannt und beim ESC hatte ich – wider Erwarten – relativ wenig Lampenfieber. Obwohl ich da wahrscheinlich den größten Grund dazu gehabt hätte (lacht).

Nottmeier:  Inzwischen bist Du im Mediengeschäft fast ein alter Hase. Du bist vom Medium Magazin zu den 100 Journalisten des Jahres 2010 gewählt worden. Aber in Deiner langen Zeit hast du doch sicher auch schon die ein oder andere Panne erlebt! Gab es da mal was beim Radio?

Rakers:     Ja, ich habe mal eine Situation erlebt, da gingen die CD-Player nicht. Damals gab es noch keinen Computer, sondern wir mussten das Musikprogramm für das Radio mit CD-Playern und Bandmaschinen starten. Jetzt gingen die CD-Player aber nicht. Also musste ich die ganze Zeit reden, reden, reden, um die Zeit zu überbrücken, bis mir ein Techniker zur Hilfe kam.

Nottmeier:   Was macht beim Radio mehr Spaß als beim Fernsehen?

Judith Rakers
Judith Rakers

Rakers:     Also, so spontan… morgens um 6.30 Uhr hilft es, beim Radio zu sein. Und jede Frau, die das jetzt liest, wird wahrscheinlich nicken und unweigerlich lachen. Beim Fernsehen musst Du erstmal eine Dreiviertelstunde in die Maske und wirst angemalt. Beim Radio verliert man in der Sendungsvorbereitung keine Zeit und kann sich wirklich auf die Themen konzentrieren. Da ist das Radio unkompliziert.

Nottmeier:   Und was sind die Vorteile beim Fernsehen?

Rakers:     Fernsehen hat insofern etwas für sich, weil es auch durch die visuelle Ebene Inhalte vermitteln kann. Was der Zuschauer sieht, muss ich nicht mehr erklären. Ich kann im Text Informationen darüber hinaus liefern, spare also letztlich Zeit. Und Bilder sind oft einprägsamer als Worte.

Nottmeier:   Judith, vielen Dank für das Gespräch.

Rakers:     Danke und meinem ehemaligen Lieblings-Radiosender schicke ich die allerherzlichsten Glückwünsche aus Hamburg!

 

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