VBL und VBRA fordern 250 Mio. Euro für die Digitalisierung des Hörfunks

Veröffentlicht am 20. Apr. 2010 von unter Pressemeldungen

Einen “Anteil an der digitalen Dividende für den Rundfunk” fordern der Verband Bayerischer Lokalrundfunk (VBL) und die Vereinigung Bayerischer Rundfunkanbieter (VBRA). Aus Anlass der Versteigerung von bislang für den Rundfunk vorgesehenen Frequenzen an Mobilfunkunternehmen durch die Bundesnetzagentur erinnern sie daran, dass diese sogenannte digitale Dividende durch die Digitalisierung des Rundfunks zustande kommt. Die Vorteile der Digitalisierung machen es nach diesem Konzept möglich, an die Mobilfunkunternehmen Frequenzen aus dem Bereich des Rundfunks zu versteigern.

“Die digitale Dividende darf aber nicht nur den Mobilfunkbetreibern nutzen, sondern muss auch dem Rundfunk selbst zu Gute kommen. Immerhin wird nun der private Rundfunk gezwungen, von UKW auf digitale Verbreitung umzustellen und für nicht absehbare Zeit beide Sendesysteme parallel zu betreiben. Diese Kosten können nicht allesamt dem Rundfunk aufgebürdet werden”, fordert VBRA-Vorsitzender Felix Kovac mit Blick auf die großen Herausforderungen bei der Umstellung auf digitalen Hörfunk. “Die Privatradiolandschaft in Deutschland ist mittelständig geprägt. Diese Unternehmen sind auf die Errichtung der digitalen Sendernetze durch die öffentliche Hand genau so angewiesen, wie damals die öffentlich-rechtlichen und privaten Programmanbieter beim UKW-Radio”, so VBL-Vorsitzender Willi Schreiner. VBL und VBRA fordern einen sachgerechten Anteil der Versteigerungserlöse in Höhe von bis zu 250 Mio. EURO aus der digitalen Dividende in einen Digitalisierungsfond zu überführen, der für den technischen Aufbau und eine Anschubfinanzierung beim Betrieb des digitalen Hörfunks im DAB+ Standard zweckgebunden verwendet werden soll.

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Archivierte Kommentare

  1. Elberfelder

    20. Apr. 2010

    Ich muss sagen, so eine dreiste Forderung habe ich lange nicht gehört. Ein Provinzlobbyverein fordert viel Aufmerksamkeit und die Kleinigkeit von einer viertel Milliarde Euro.

    Die PM fängt schon mit einem Fehler an: “Aus Anlass der Versteigerung von bislang für den Rundfunk vorgesehenen Frequenzen an Mobilfunkunternehmen”.

    Die zu versteigernden Frequenzen waren bislang militärisch zugewiesen und wurden in Deutschland vor der Einführung von DVB-T nicht genutzt. Insofern kann man sie dem Rundfunk auch nicht wegnehmen, weil dafür müssten sie ja vor der Digitalisierung dem Rundfunk zugewiesen gewesen sein, was sie aber nicht waren. Es geht um bis zum Jahr 2000 militärische Frequenzen oberhalb 790 MHz, die übergangsweise in einigen Gebieten für DVB-T genutzt wurden. Was irgendwelche bayerischen Lokalfunker damit zu tun haben, weiß der Geier.

    Die PM geht weiter: “Die digitale Dividende darf aber nicht nur den Mobilfunkbetreibern nutzen, sondern muss auch dem Rundfunk selbst zu Gute kommen.”
    Die Frequenzen kommen zunächst mal den Bürgern zu Gute, bei denen die Versorgung mit mobilem Internet besser wird. Und damit können auch zehntausende Internetradioprogramme gehört werden, sicher auch die Programme der bayerischen Lokalfunker. Insofern kommt der Tonrundfunk nun sogar indirekt in den Genuss dieser Frequenzen, mit denen er bislang gar nichts zu tun hatte.

    Es wird immer abstruser: “Immerhin wird nun der private Rundfunk gezwungen, von UKW auf digitale Verbreitung umzustellen”. Erstmal wird überhaupt niemand zu gar nix gezwungen, UKW läuft noch für Jahrzehnte weiter. Wenn der lokale Rundfunk aus Bayern ins Internet geht macht er es ganz freiwillig und wenn es in Bayern noch ein paar letzte DAB Freaks (das ist ein gescheitertes Tonrundfunksystem aus den frühen 90ern) gibt, die weiterhin Geld für irgendwelche Digitalradioexperimente rauswerfen, dann gehören sie gefeuert. Was das aber mit der Versteigerung für Frequenzen für mobiles Internet zu tun hat, weiß wahrscheinlich auch nur der Verband.

    Leider befürchte ich, dass hier nicht Unwissen die PM verfasst hat, sondern ziemlich dreiste Menschen, die eine Einnahmequelle anzapfen wollen. Unglaublich!