Das Lesen der Anderen

Veröffentlicht am 08. Mrz. 2007 von unter Schalt-Report

Schaltreport_250Man kann dem deutschen Radio ja viel vorwerfen, aber nicht, dass es beratungsresistent sei. Alle Beratungsstunden der bekannten Consulter bei Deutschlands Radios zusammengenommen repräsentieren vermutlich schon das Bruttosozialprodukt eines kleineren Staates. Was auffällt, ist, dass trotz dieser grundsätzlichen Affinität gegenüber Beratungsleistung die Zahl der Top-Consultingfirmen bei Radiostationen klein bis null ist. Kaum eine Station schmückt sich mit den jungen BWLern von McKinsey, BCG, Arthur D. Little oder IBM Global Services.

Was natürlich daran liegt, dass zum einen die Beratungsbudgets der meisten Stationen zwar durchaus sehenswert sind (vor allem verglichen mit Redakteurs- oder Moderatorengehältern), aber für die meisten Consulter dennoch eher als Peanuts betrachtet werden. Zum anderen, dass die meisten Top-Consulter TV oder Internet-Start Ups wohl cooler finden.

Dennoch bieten die Forschungsabteilungen der Beratungsunternehmen umfangreiche Studien und Empfehlungen zum Thema, wie sich Medienunternehmen in Zeiten von On-Demand, Web 2.0 und Konvergenz aufstellen sollten.

Und wenn die Consulter schon nicht zu uns kommen, können wir ja gerne zu ihnen kommen (zumindest auf ihre Websites).

Das empfehlen die führenden Beratungsunternehmen zum Thema Medien:

Arthur D. Little

– Access the same community via the mobile and fixed Web.
– Using different devices to access favourite services, such as mobile phones,
mp3 players, laptops, PC or TV.
– Personalised and convenient features depending on the form of access and device.
– Configuration from the fixed Web, use from the mobile Web.
– Having access to personal data.
– Bridging off and online worlds.

Boston Consulting Group

– The Empowerment of the Periphery (Beispiel http://www.threadless.com)
– Loose Modularity (Beispiel http://www.trulia.com)

IBM Global Services

– Get your digital house in order: Create or convcert content to digital formats.
– Manage content for optimum flexibilty and asset value.
– Be open for distribution, no matter where and when.
– Be open for delivery.
– Open digital doors – to contribute, produce or author dynamic content.
– Create new product windows and business models.
– Manage openly and communicate in realtime through digital infrastructure.
– Leverage a new depth of business intelligence made possible by digital technology.
– Use partnershiup strategies that drive efficiency and optimize customer attention.
– Become an on demand business.

Auch wenn das hier nur eine sehr schlagwortartige und verkürzte Zusammenstellung der Thesen der Beratungsunternehmen ist, ist es doch interessant, was den Medienfirmen empfohlen wird: Forcieren digitaler Verbreitung, Content für verschiedene Plattformen und Verbreitungswege entwickeln und anbieten sowie verstärktes Arbeiten mit Nutzerdaten- und wünschen. Was auch für Radiosender eine gute Aufgabenstellung für die nahe Zukunft ist.

Link-Tipps:
Arthur D. Little
IBM Global Services
The Boston Consulting Group


Christian Schalt

(Programmdirektor KISS FM Berlin)

Kontakt: http://www.xing.com/hp/Christian_Schalt

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